Minimalismus im Alltag: Loslassen, vereinfachen, befreien

Lass uns über Minimalismus sprechen: Wann hast du das letzte Mal ganz bewusst etwas losgelassen? Eine Sache, eine Person, eine Angewohnheit, egal was?

Die Anhäufung von Gegenständen legt uns Fesseln an und immer mehr von euch erkennen das auch.
Wir haben uns in der Yes!-people-Community im Dezember mit dem Thema Minimalismus beschäftigt – mit beeindruckenden Ergebnissen.

Deshalb will ich diesem Thema einen eigenen Beitrag widmen:
Warum Minimalismus? Wie geht Minimalismus? – und was bringt es dir überhaupt?

Im zweiten Teil des Beitrags liefere ich dir einen kleinen Einblick in die Ergebnisse unserer Community und ich verspreche dir, die ein oder andere Überraschung ist dabei.

Minimalismus im Alltag: Loslassen, vereinfachen, befreien

Was ist Minimalismus?

Bevor wir darauf eingehen, was Minimalismus ist und was es bedeutet, lass mich dir zuerst sagen, was Minimalismus nicht ist:

Minimalismus bedeutet nicht, dass du nur eine bestimmte Anzahl von Dingen besitzen darfst – oder du keine schönen oder wertvollen Dinge haben darfst. Es ist wichtig, dass dir das klar ist, sonst wird Minimalismus nämlich zu einer Herkulesaufgabe.

Nein, Minimalismus ist das, was passiert, wenn du dich darauf konzentrierst alles loszulassen, was überflüssig ist (– oder dir nicht dient).

Minimalismus ist ein Prozess, der dich inspiriert, Dinge und Menschen zu identifizieren, die dir wirklich wichtig sind und die dir guttun – und den Rest loszulassen.

Es geht darum, bewusste Entscheidungen zu treffen. Qualität über Quantität.

Ein erfülltes Leben.
Nur eben mit weniger.

Warum sammeln wir so viel?

Mal ganz ehrlich: Wie viel Zeug hast du bei dir zu Hause herumfahren, das du nicht mehr brauchst (im Keller, auf dem Dachboden, in der Garage, in der Abstellkammer usw.)? Schlimmer noch: Zeug, von dem du gar nicht mehr wusstest, dass du es hast?

Warum sammeln wir so viele Sachen um uns herum und horten es?

  • Identität: Das Sammeln von Gegenständen kann ein Ausdruck deiner Identität sein. Denn viele Gegenstände, die wir besitzen, erzählen eine Geschichte, erinnern uns an einen bestimmten Teil unseres Lebens oder repräsentieren einen Teil von uns. Sie sind der physische Beweis unserer Reisen, Erfolge und Erinnerungen. Du hältst sie fest – womöglich aus Angst, dass mit dem Loslassen des Gegenstands auch die Erinnerung verblasst.
  • Emotionale Bindung: Wir sammeln Gegenstände, weil wir eine emotionale Bindung zu ihnen aufbauen. Wir werten Dinge, die wir besitzen, als „wertvoll“ und der Gedanke, uns davon zu trennen, bereitet uns Unbehagen.
  • Sicherheit: Die Anhäufung von vielen Dingen gibt uns das Gefühl, auf alles vorbereitet zu sein. Ergo gibt es uns Sicherheit.
    Sei ehrlich: Hast du beim Aufräumen schon mal etwas in den Händen gehabt und dir gedacht: „Das bewahre ich mal auf. Für alle Fälle.“ – fast jeder von uns kennt das. Es könnte ja der Moment kommen, in dem du es dringend brauchst.

Okay, es gibt also gute Gründe, warum du sammelst. Fakt ist aber auch, dass langfristig volle Keller, Schubladen und Schränke zur Unordnung führen – und in der Folge zu Stress und Überforderung.
Blöd.
Und jetzt?

Minimalismus und Freiheit

Das Loslassen von dem, was du nicht mehr brauchst oder dir nicht mehr dient (Dinge, Menschen oder Gewohnheiten) kann dir ein Gefühl der Freiheit und Leichtigkeit verschaffen.

Unsere Gesellschaft ist auf Besitz und Statussymbole ausgelegt: Wir identifizieren uns mit dem, was wir besitzen, mehr als mit dem, wer wir wirklich sind.
Schlimmer: Wir messen unseren Wert oft an unseren Besitztümern.
Gar nicht gut.

Die Frage ist also: Was passiert, wenn wir anfangen, uns von all dem Zeug, das uns „beschwert“ zu lösen?

Lass mich dir ein paar Gedanken in den Raum werfen, was Minimalismus mit dir machen kann:

  • Innere Werte: Mit weniger Zeug, das du um dich sammelst, könntest du deinen Blick vom Außen mehr auf deine inneren Werte verlagern. Du könntest deinen wahren Wert erkennen. Du könntest erkennen, dass du nicht das bist, was du besitzt. Mit erstaunlichen Auswirkungen auf dein Selbstwertgefühl.
  • Stress und Überforderung: Schaffst du Platz in deinem Zuhause, schaffst du auch Platz in deinem Kopf! Und dieses Mehr an Platz könnte dir das Gefühl geben, freier atmen zu können, mehr Klarheit und Ruhe zu finden. Kurzum:
    Du bist weniger gestresst und überfordert.
  • Was wirklich zählt: Mit Minimalismus konzentrierst du dich auf das, was wirklich zählt, was wirklich einen Wert hat in deinem Leben. Du konzentrierst dich auf das Wesentliche, lebst bewusster und achtsamer. Du könntest so das Leben mehr schätzen und genießen.

Klingt spannend? Worauf warten wir dann noch? Los geht’s in die Veränderung:

Minimalismus im Alltag anwenden

Jeder Mensch kann Minimalismus im Alltag anwenden. Denk dran: Es geht nicht darum, dass du nichts mehr besitzen darfst oder sollst. Sondern darum, dich von dem zu trennen, was du nicht mehr brauchst oder willst:

  1. Bewusstsein: Am Anfang steht das Bewusstsein. Denn wo kein Bewusstsein, da auch keine Veränderung. Du musst dir als Erstes also darüber klar werden, was du regelmäßig nutzt und brauchst – und was nur herumliegt. Egal, ob du es liebst oder nicht, es geht nur darum, dass du dir bewusst machst, ob du es brauchst oder nur daran festhältst (aus welchen Gründen auch immer).
  2. Ausmisten: Nimm dir regelmäßig Zeit auszumisten. Einmal in der Woche? Einmal im Monat? Das liegt bei dir. Wähle eine Schublade, einen Schrank, ein Regal und geh alles durch. Behalte nur das, was du wirklich brauchst und dir Freude bereitet.
  3. Sorgfältig einkaufen: Überlege dir vor dem Kauf, ob du das Produkt wirklich brauchst. Wenn möglich, schlaf eine Nacht darüber, das verhindert Impulskäufe. Du kannst dir auch überlegen, ob du die “Eins-rein-eins-raus”-Regel beachtest: Für jeden neuen Gegenstand, den du kaufst, muss ein altes weichen. So hältst du die Menge der Dinge, die du besitzt, konstant.
  4. Digitaler Minimalismus: Unterschätzt wird heutzutage gerne all das, was wir digital ansammeln: Dateien, Videos, Bilder, Ordner, Dokumente, Apps, Kontakte, E-Mails usw. Lösche, was du nicht mehr brauchst, sortiere deine Dateien und E-Mails – so kannst du dich auch digital auf das Wesentliche konzentrieren.

Minimalismus ist ein Prozess, keine einmalige Sache, kein Ziel. Und vor allem ist es kein Zwang oder eine Verpflichtung. Es soll Spaß machen und dir etwas bringen – nämlich mehr Platz zu Hause und im Kopf, mehr Selbstwert, Achtsamkeit und vor allem das Gefühl der Freiheit von Belastungen.
Auch kleine Erfolge zählen!

Willst du wissen, wie die yes!-people-Community sich in der Dezember-Challenge „Minimalismus“ geschlagen hat?

Das verrate ich dir gerne:

Die Yes!-People-Minimalismus-Challenge

Was wir besitzen, besitzt auch uns. Es schränkt uns ein.
Bei Minimalismus geht’s um Freiheit.

Ich habe mich gefragt, wie es passiert, dass wir so vieles sammeln.
Und vor allem: Wie schaffen wir es, nicht so viel zu sammeln? Wie kann man sich davor schützen?

Und wie kann jeder Minimalismus in die Praxis umsetzen?

In der Yes!-People-Community starten wir jeden Monat eine Challenge, die uns in irgendeiner Hinsicht weiterbringt. Und da hatte ich die Idee, im Dezember eine Minimalismus-Challenge zu starten.

Der Dezember, finde ich, ist der perfekte Zeitpunkt dafür: In einem Monat, in dem wir alle viel essen, viel verschenken und vor allem viel geschenkt bekommen, lohnt es sich, Platz zu machen und sich zu befreien. Nicht zuletzt auch, um ein neues Jahr mit möglichst wenigen Belastungen zu starten.

Und so sollte die Challenge aussehen:

  • Die Aufgabe: Die Teilnehmer trennen sich jeden Tag von „einer Sache“, die sie nicht mehr brauchen oder nicht mehr wollen. Der Austausch findet täglich im Challenge-Chat statt.
  • Die Regeln zu Beginn: Nicht viele, nur diese: wer sich drei Tage am Stück nicht von einer Sache trennen kann, ist raus.
  • Das Ziel: Die Teilnehmer sind eingeladen, sich einmal bewusst mit dem auseinandersetzen, was sie besitzen – und was davon sie wirklich noch brauchen oder wollen.

Und das haben die Teilnehmer daraus gemacht:

So hat unsere Community Minimalismus in die Praxis umgesetzt

Schon nach wenigen Tagen war eines klar: Unsere Community ist kreativ, wenn es darum geht, sich von unliebsamen Dingen zu trennen.

Wir legten los mit „Alltäglichem“ und trennten uns von:

  • alten Fachzeitschriften
  • Fotos und Videos
  • alten Elektrogeräte
  • Schuhen, Kleidern, Handtaschen
  • alte Dokumente
  • tote Zimmerpflanzen

Wir entrümpelten unsere Garagen, Keller, Dachböden, Küchen, Büros. Und wir misteten in unseren Schubladen und Schränken aus.

Die ausgedienten Gegenstände landeten im Müll, wurden gespendet oder verschenkt (z. B. an Sozialkaufhäuser).

So wurde etwa eine Isomatte von einem Community-Mitglied an einen Obdachlosen weitergegeben.

Nachdem alte Fotoalben, leere Kugelschreiber und unnütze Küchenutensilien raus waren, weiteten wir das Ausmisten aus. Wir nahmen uns das weniger Offensichtliche vor:

  • E-Mail-Postfächer
  • Lesezeichen im Browser
  • Apps (hauptsächlich zeitfressende Spiele)
  • Dateien, Ordner
  • Handy-Kontaktliste
  • Abonnements

Zu guter Letzt, und rückblickend war wohl genau das der gewollte Prozess, erkannten wir auch weiteren „unsichtbaren Müll” und waren bereit, uns von diesem zu lösen:

  • Gedankenballast
  • undienliche Glaubenssätze
  • Ausreden
  • das Bedürfnis, immer alles wissen zu müssen
  • falsche Bescheidenheit
  • die Sorge, etwas falsch zu machen

So erkannten einige, dass sie sich erlauben dürfen, auch teure Hotelzimmer zu buchen und es sich gut gehen zu lassen.
Adieu falsche Bescheidenheit.

Die Erkenntnisse aus unserer Minimalismus-Challenge

Man erkennt es unschwer: Die Möglichkeit, uns täglich mit Minimalismus zu beschäftigen, eröffnete uns neue Türen. Wir erkannten nicht nur das, was uns sichtbar im Alltag „beschwerte”, sondern auch das, was nicht immer offensichtlich ist: Negative Glaubenssätze, schwere Gedanken oder falsche Bescheidenheit.

Es fiel den Teilnehmern nicht immer leicht, sich von Dingen zu trennen. Manchmal fiel es sogar sehr schwer. Dennoch berichteten einige, dass es leichter war als anfangs gedacht.

Durch die Minimalismus-Challenge wurde den Teilnehmer bewusst, welche Last die Anhäufung von Dingen mit sich bringt. Wir stellten uns auch beim Einkaufen zunehmend die Frage: Brauche ich das wirklich?

Als Fazit haben sich einige Mitglieder vorgenommen, die Minimalismus-Challenge weiterzumachen. Heißt: Sich regelmäßig bewusst zu machen, was sie wirklich brauchen oder wollen – und sich von diesen Dingen zu trennen.

Ein voller Erfolg also.

Fazit: Minimalismus ist ein Weg, kein Ziel

Minimalismus ist eine Lebensweise. Keinesfalls ist es ein Ziel, ein Zwang oder eine Verpflichtung. Es bedeutet nicht, nichts besitzen zu dürfen oder sich keinen Luxus gönnen zu dürfen. Ganz im Gegenteil:

Minimalismus bedeutet, bewusst zu konsumieren und auch, bewusst loszulassen, was dir nicht mehr dient. Es bedeutet zu erkennen, was dir guttut und was dich beschwert und einschränkt.
Denn ein aufgeräumtes Außen bedeutet ein aufgeräumtes Innen – und andersherum.

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